Allgemeine Information
Was bedeutet "palliativ"? Abgeleitet vom lateinischen Wort "pallium", das einen mantelartigen
Überwurf bezeichnet, bedeutet es "lindern".
Im Mittelalter boten christliche Ordensgemeinschaften Reisenden und Pilgernden in Hospizen Unterkunft, Pflege und Schutz. An diese Tradition knüpfen heute Hospize und Palliativstationen an: Der Patient soll hier alles finden, was er benötigt, um gestärkt durch seine letzten Lebens- und Krankheitsphasen gehen zu können. Im Sinne des Hl. Vinzenz von Paul möchte auch die Ordensgemeinschaft mit dem Hospiz St. Louise (benannt nach der Mitbegründerin der BHS) einen Beitrag dazu leisten.
Eine Palliativstation entspricht einem stationären Hospiz, das einem
Krankenhaus angegliedert ist, um so auch dessen Infrastruktur nützen zu
können. Gemeinsam mit den anderen Abteilungen unseres Hauses kann hier den
Patienten wechselseitig noch umfassendere Betreuung geboten werden.
Einerseits können jederzeit gegebenenfalls noch sinnvolle Diagnostik,
Strahlentherapie, Chemotherapie, invasive Schmerztherapie oder operative
Eingriffe durchgeführt werden, andererseits sollen die Ideen der
Hospizbewegung und neue Erfahrungen bei Schmerztherapie, Symptomkontrolle
und Palliativpflege auch an anderen Stationen Eingang finden. Das bedeutet
eine sinnvolle Ergänzung zum onkologischen Schwerpunkt unseres
Krankenhauses.
Was ist das Ziel einer Palliativstation? Wir möchten Patienten, die aufgrund unheilbarer fortgeschrittener Erkrankungen (vorwiegend Tumorerkrankungen) unter starken Schmerzen oder anderen quälenden Symptomen leiden und sich in einer psychischen, sozialen oder spirituellen Notlage befinden, noch gute medizinische Behandlung und Pflege bieten. Wichtiges Ziel ist immer, die Situation unserer Patienten so zu verbessern, dass eine Betreuung zuhause wieder möglich wird.
Speziell geschultes Personal kann sich soviel Zeit für den Patienten nehmen, wie er es wünscht und braucht. Das gemeinsame Ziel ist ein individuelles Eingehen auf ihn, um auch bei schwerer Krankheit noch eine bestmögliche Lebensqualität zu bieten. Das multidisziplinäre Team besteht aus Pflegekräften, Ärzten, SeelsorgerIn, PsychotherapeutIn, und in Zukunft hoffen wir auch auf Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter.
Unterstützung der Angehörigen und ihre Miteinbeziehung in die Betreuung des Patienten sind weitere Anliegen. Gemeinsam mit ambulanten sozialen Diensten möchten wir den Familien auch Beratung und Hilfestellung für die Pflege zuhause geben. Menschen, die sich in ihrer letzten Lebensphase befinden, soll hier ein würdevolles Sterben ohne Angst und Einsamkeit ermöglicht werden. Ihre Angehörigen und Freunde können Beistand über den Tod hinaus finden.
Wir sind darauf bedacht, gemeinsam mit den Patienten eine wohnliche
Umgebung zu schaffen. Acht Einbett- und ein Zweibettzimmer, großzügige
Aufenthaltsbereiche und ein Meditationsraum ermöglichen sowohl Wahrung der
Privatsphäre, als auch jederzeit Kommunikation - jeweils den Bedürfnissen
des Patienten und seiner Angehörigen entsprechend. Verbunden mit
Besuchszeiten rund um die Uhr soll Zeit und Raum sein für gemeinsames
Wohlfühlen, Beisammensein mit den Menschen und Dingen, die besonders wichtig
sind, und auch für Abschied und Trauer. |
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